Information zu Psychotherapieverfahren

Welche Psychotherapieverfahren gibt es?
Es gibt viele unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren. Als wissenschaftlich anerkannt gelten aktuell fünf Behandlungsverfahren, nämlich Verhaltenstherapie, systemische Therapie, Gesprächspsychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Zusätzlich, aber mit Einschränkungen, werden geführt die Neuropsychologie, interpersonelle Psychotherapie, Hypnotherapie und EMDR. Von der wissenschaftlichen Anerkennung zu unterscheiden ist die sozialrechtliche. Diese entscheidet darüber, ob ein Psychotherapieverfahren auf Krankenkassenkosten durchgeführt werden kann. Bisher ist dies nur bei vier Verfahren der Fall, nämlich der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, der analytischen Psychotherapie sowie der Neuropsychologie.

Es steht Ihnen grundsätzlich frei zu wählen, welche Form der ambulanten Psychotherapie Sie beginnen möchten, daher an dieser Stelle einige Informationen zu den genannten Therapieverfahren. Schwerpunkt der Darstellung ist das von uns durchgeführte Verfahren Verhaltenstherapie. 

Die Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie ist empirisch-wissenschaftlich begründet. Sie vereinigt eine große Anzahl unterschiedlicher Techniken und Behandlungsmaßnahmen. Dies ermöglicht auch die Einbeziehung systemischer Ansätze. Grundlagen der Verhaltenstherapie sind die Lern- und Verhaltenstheorie, kognitive Psychologie sowie alle für die Psychotherapie relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritte, insbesondere der Psychologie, der Psychotherapieforschung und der Neurowissenschaften.

Verhaltenstherapie ist problemorientiert. Das therapeutische Vorgehen wird möglichst genau auf die jeweilige Störung zugeschnitten. Die Therapie setzt an den auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen des Problems an.

Verhaltenstherapie ist zielorientiert. Patient und Therapeut legen gemeinsam das Therapieziel fest. Das Erreichen des Therapieziels ist damit ein ausreichender Grund, um die Therapie zu beenden. Im Vergleich zu anderen Therapien sind verhaltenstherapeutische Behandlungen häufig kürzer.

Verhaltenstherapie ist handlungsorientiert. Um eine Verbesserung des Zustandes zu erreichen, ist die aktive Beteiligung des Patienten unumgänglich. Dabei geht es um ein aktives Erproben von neuen Verhaltens-, Denk- und Erlebensweisen sowie Problemlösestrategien.

Verhaltenstherapie ist transparent. Alle Aspekte des therapeutischen Vorgehens werden verständlich erklärt, so dass der Patient sowohl das Erklärungsmodell zur Entstehung der Problematik als auch die einzelnen Behandlungsschritte nachvollziehen kann.

Schließlich stellt Verhaltenstherapie "Hilfe zur Selbsthilfe" dar. Durch die oben beschriebenen Vorgehensweisen wird angestrebt, dass künftige Krisen besser selbständig gemeistert werden können.


Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie
Diese Verfahren machen die unbewusste Psychodynamik neurotischer Störungen mit psychischer oder somatischer Symptomatik zum Gegenstand der Behandlung. Dies geschieht bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie unter Beachtung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand. In der analytischen Psychotherapie erfolgt die Behandlung mit Hilfe der Übertragungs-, Gegenübertragungs- und Widerstandsanalyse unter Nutzung regressiver Prozesse. Dabei wird zusammen mit der neurotischen Symptomatik und dem neurotischen Konfliktstoff auch die zugrundeliegende neurotische Struktur des Patienten behandelt.

Ambulante Neuropsychologie
Patienten mit erworbenen hirnorganischen Erkrankungen – beispielsweise nach einem Schädelhirntrauma oder einem Schlaganfall – können eine ambulante neuropsychologische Therapie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung beanspruchen. Die Therapie dient der Feststellung und Behandlung von hirnorganisch verursachten Störungen geistiger (kognitiver) Funktionen, des emotionalen Erlebens, des Verhaltens und der Krankheitsverarbeitung sowie der damit verbundenen Störungen psychosozialer Beziehungen.