Information zur Psychotherapie
als Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und der meisten privaten Krankenversicherungen. Für gesetzlich Versicherte fallen keine Kosten an. Privat Versicherte sollten vor Beginn der psychotherapeutischen Behandlung mit der Krankenversicherung klären, welche Kosten für die geplante Behandlung übernommen werden, denn die Bedingungen weichen zum Teil erheblich von denen in der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Unabhängig von diesen Bedingungen besteht in der Psychotherapie ein Rechtsverhältnis nur zwischen Psychotherapeut und Patient.
Ist eine psychotherapeutische Behandlung notwendig, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, bevor die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Welche Voraussetzungen dies sind, wird im Folgenden erläutert.

Wer darf Psychotherapie durchführen?
Nach dem Psychotherapeutengesetz darf sich „Psychotherapeut“ nur nennen, wer nach einem Universitätsstudium der Psychologie, Medizin oder bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch der Pädagogik oder Sozialpädagogik eine dreijährige Vollzeit- oder fünfjährige Teilzeitausbildung in Psychotherapie abgeschlossen hat. Damit ist ausgeschlossen, dass Psychotherapie von Personen durchgeführt wird, die dafür nicht ausgebildet sind. Mit gesetzlichen Krankenkassen direkt abrechnen können nur Psychotherapeuten, die bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen oder ermächtigt sind. Eine solche Zulassung liegt bei beiden Praxisinhabern für Erwachsene vor. Frau Dipl.-Psych. Gudula Marschall verfügt darüber hinaus über die Kassenzulassung für Kinder und Jugendliche.

Unter Arztsuche.KVBB finden Sie die von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen Psychotherapeuten im Land Brandenburg.

Der Weg zum Psychotherapeuten
Patienten ab dem 16. Lebensjahr können mit ihrer Krankenversicherungskarte direkt einen von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen Psychotherapeuten aufsuchen.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 ist die Anmeldung durch einen Erziehungsberechtigten erforderlich.
Um eine Psychotherapie aufzunehmen, vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin.
Es ist günstig, zur ersten Sitzung einen Überweisungsschein aus dem aktuellen Quartal mitzubringen.

Behandlungsverfahren
Welche psychotherapeutischen Verfahren als Kassenleistung anerkannt sind, regeln die Psychotherapierichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen. Derzeit sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und die ambulante neuropsychologische Therapie als Kassenleistung anerkannt. 

Beide Praxisinhaber verfügen über eine verhaltenstherapeutische Ausbildung und führen Einzeltherapien durch (d. h. keine Gruppentherapien). Im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Dipl.-Psych. Gudula Marschall) ist es häufig sinnvoll, die Eltern/Erziehungsberechtigten in die Behandlung einzubeziehen.

Bei welchen Krankheiten ist eine Psychotherapie angezeigt?
Psychotherapie wird u. a. bei folgenden Krankheitsbildern durchgeführt und von den Krankenkassen bezahlt:
- Angststörungen
- Depressive Störungen
- Zwangsstörungen
- Psychosomatische Störungen
- Persönlichkeitsstörungen
- ADHS
- Störung des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen

Wie wird eine Psychotherapie beantragt?
Vor Beginn der Psychotherapie werden sogenannte "probatorische Sitzungen" durchgeführt, in denen abgeklärt wird, ob die beabsichtigte Psychotherapie bei der psychischen Störung erfolgversprechend ist. Danach wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt.  Wenn nach den probatorischen Sitzungen und ggf. weiteren diagnostischen Untersuchungen ein Antrag auf Kostenübernahme einer Psychotherapie gestellt wird, muss als Teil des Antrags eine Bestätigung eines Arztes beigefügt werden (der sogenannte „Konsiliarbericht“), dass keine wesentlichen medizinischen Bedenken gegen eine Psychotherapie bestehen.

Dauer und Umfang der Behandlung
Der Umfang einer psychotherapeutischen Behandlung ist unter anderem von der Wahl des Behandlungsverfahrens abhängig. Im Rahmen der Verhaltenstherapie umfasst eine sogenannte Kurzzeittherapie 25 Sitzungen à 50 Minuten.  In  Langzeittherapien werden 45 und mehr Behandlungssitzungen durchgeführt. Die Behandlungssitzungen finden anfangs zumeist einmal wöchentlich statt,  im weiteren Verlauf sind häufig größere Sitzungsabstände sinnvoll. Eine Behandlung kann (und sollte) eher beendet werden, wenn Patient oder Psychotherapeut der Ansicht sind, dass die Behandlungsziele erreicht wurden oder keine weitere Besserung zu erwarten ist.